Ayyappan in Musth

Ayyappan  war ein junger Stoßzahnelefant in Privatbesitz. Unglücklicherweise kam der junge Bulle während der Festivalsaison zum ersten Mal in Musth, in jener Zeit, in der der Elefant das meiste Geld des Jahres für seinen Besitzer verdienen sollte. Die Musth ist ein brunftähnlicher Zustand, der männliche Elefanten natürlicherweise aggressiv und unberechenbar werden lässt. Ayyappan griff, wie alle Elefanten in Musth, seinen Mahout an, der sich gerade noch in Sicherheit bringen konnte.
Ein Elefant in Musth kann während dieser Zeit - die zwischen einem und in Gefangenschaft sogar 8 Monate anhalten kann - nicht arbeiten, doch die Kosten für Nahrung, Wasser, Stellplatz und Mahout laufen weiter. Der Tierarzt kam und gab dem Tier eine Beruhigungsspritze, dann wurde der junge Tusker an einem Baum angekettet zurückgelassen, um zu sterben. So einfach entzog sich sein Eigentümer seiner Verantwortung.
Einigen Anwohnern tat das arme Tier leid, doch sie konnten sich ihm nicht nähern. Es wurde Geld gesammelt, um wenigstens das Wasser für Ayyappan bezahlen zu können. Eine Firma wollte diesen täglichen Job übernehmen, doch es kamen nur 600 Rupien (umgerechnet 12 Euro) zusammen, anstatt der benötigten 900. Der Elefant wurde immer schwächer. Es war klar, dass er bald sterben würde.
An dieser Stelle endet der Bericht über Ayyappan. Wir wissen nicht, was aus diesem Elefanten geworden ist.

(Ayyappans Schicksal wurde bechrieben in: Ghosh, Rhea: Gods In Chains, Bangalore 2005)