Die etwa vierjährige Elefantin hat durch eine Landmine ihren rechten Vorderfuß verloren. Wildhüter fanden das schreiende Tier im Dschungel von Sri Lanka und brachten es in den Dehiwala Zoo, wo sie als erstes behandelt wurde. Als Sechsjährige kam die Dreibeinige 1996 nach Pinnawala ins Elephant Orphanage, wo sie den Namen „Sama“ bekam, was übersetzt „Frieden“ bedeutet. Drei Mal wurde mit ausländischer Hilfe versucht, dieser Elefantin ein künstliches Bein anzupassen, doch sie hat dieses Hilfsmittel nie annehmen können.
Die heute 16-jährige hat ihre eigene Fortbewegungsart entwickelt und folgt der Herde täglich zwei Mal zum Fluss. Diese Ausflüge sind für Sama sehr anstrengend, und sie hat im Flussbett ihre eigenen Plätze gefunden, an denen sie ihren Stumpf oder ihren schweren Kopf günstig auf einem Felsen abstützen kann. Dennoch ist sie am Nachmittag so erschöpft, dass sie sich, während die anderen schon mit dem Fressen beginnen, erst einmal zum Schlafen ablegt.
In der ersten Zeit hat man ihr im Waisenhaus diesen für sie beschwerlichen Weg zum Fluss ersparen wollen, doch das Fehlen sozialer Kontakte löste bei Sama große Trauer aus, und sie begann zu „Weben“. Isoliert gehaltene Elefanten entwickeln klassischerweise solche stereotypisierten Bewegungen. Später entschloss man sich die Elefantin mit der Herde gehen zu lassen.
Das Gehen auf drei Beinen, hat für Sama schwere Auswirkungen auf die Statik ihres Knochenbaus. Das linke Vorderbein hat sich durch die große Last - Elefanten haben einen überproportional schweren Kopf - nach außen gebogen, und ihr Rücken ist stark gekrümmt. Vermutlich wird Sama später unter erheblichen Schmerzen des Bewegungsapparats leiden.
Trotz ihrer Behinderung ist Sama gut in die Elefantenherde integriert. Wiederholt konnten wir beobachten, wie andere Herdenmitglieder sie streichelten. Als ein Rüssel ihr sanft über den empfindlichen Rücken strich, zuckte Sama zusammen, und sie wurde daraufhin fast entschuldigend am Kopf gestreichelt. Dass Elefanten auf verkrüppelte Verwandte Rücksicht nehmen, ist auch schon in der Wildnis beobachtet worden. Und auch Sama ist sehr sozial. Sie bemuttert sogar andere Kälber.