Diese Empfehlungen sind von Experten und Tierhilfsorganisationen erarbeitet worden und werden in zwei Abschnitte unterteilt. Zunächst geht es um Empfehlungen, die sich in der unmittelbaren Zukunft durchsetzen lassen, die bestehende Gesetze mit einbeziehen und die unter Umständen bestimmte Dinge vorerst tolerieren.Ein zweiter Schritt sind Langzeitempfehlungen, die auch Gesetze und Strukturen verändern sollen. Zudem ist es wichtig, dass Beamte, Politiker, Eigentümer, Mahouts, Experten, spezialisierte Tierärzte, Gerichte und Tierhilfsorganisationen ergänzend das Wohl der Elefanten unterstützen. Sonst werden Veränderungen Jahrzehnte dauern, bevor sie durchgesetzt werden können.
Kurzzeitempfehlungen (12-24 Monate)
- Es sollen mindestens zwei Schutzgebiete (Altenheime) ins Leben gerufen werden, in denen konfiszierte Elefanten ein Zuhause finden sollen. Dort soll den Tieren ermöglicht werden, eigene Herden zu bilden, die sich wenigstens während des Tages frei bewegen können. Diese Parks sollen unter der Leitung des Forest Departments stehen, und es soll sanfter Tourismus eingeführt werden, der dem Department ein Einkommen sichert.
- Es müssen nationale Standards für die Führung und Pflege der Elefanten eingeführt werden.
- Eigentümer sollen zeigen, dass sie die Mittel, Erfahrung und Kapazität haben, einen Elefanten zu halten. Ist der Elefant auf Reisen, muss der Eigentümer nachweisen, dass er alle Vorkehrungen getroffen hat, um den Elefanten unterwegs zu versorgen. Der Eigentümer muss darlegen, dass er Vorkehrungen für die Musth getroffen hat.
- Alle gefangenen Elefanten müssen national registriert werden, denn ohne Registrierung ist es unmöglich, diese Tiere vor Misshandlungen zu schützen.
- Die Öffentlichkeit muss für das Wohlergehen der Elefanten sensibilisiert werden. Die meisten Menschen in Indien glauben, die Elefanten werden von ihren Mahouts geliebt und sie führen ein luxuriöses Leben.
- Es muss die Stellung der Mahouts verbessert werden. Dafür müssen Programme zur Ausbildung und die Wohlfahrt dieser Berufsgruppe entworfen werden.
- Es werden keine neuen Eigentumspapiere ausgestellt und die alten werden spezifiziert
Langzeitempfehlungen (2-5 Jahre)
- Es benötigt den Willen, kulturelle und historische Normen in Bezug auf das Training zu verändern. Es müssen neue Trainings- und Haltungsmethoden
entwickelt werden, die die alten ersetzen. Private Elefantenhaltung sollte in Umgebungen verboten werden, die nicht den nationalen Standards entsprechen.
Beispielsweise in Städten, in denen kein Fluss oder See vorhanden ist. Oder an Orten, die nur von Teerstraßen umgeben sind. Unausgebildete Mahouts, die ein Minimum an Gehalt verdienen, die nicht versichert sind und allein statt zu zweit mit einem Elefanten arbeiten, sollten ein Grund für ein Verbot sein. Der Elefant muss mindestens 8-10 Stunden von der Kette sein können, und es müssen alle erforderlichen Papiere vorhanden sein.
- Gesetze, die die Eigentumsrechte genauer beschreiben, müssen formuliert werden. Elefanten dürfen nicht weiter als Waren behandelt werden. Es muss genau geklärt werden, wie Elefanten verkauft und überführt werden dürfen. Tiere, die illegal verkauft werden, müssen konfisziert werden. Es ist inzwischen üblich, Elefanten offiziell zu „verschenken“, um den Verkauf zu verschleiern. Auch solche Geschäfte müssen verboten werden. Neue Eigentümer sollten nur zugelassen werden, wenn sie vorher eine Expertise vorweisen können, die ihnen die Elefantenhaltung erlaubt.
Die Empfehlungen sind ein Auszug aus Ghosh, Rhea: Gods In Chains, Bangalore 2005