„Wenn du jemanden ruinieren willst, schenke ihm einen Elefanten.“
Dieses indische Sprichwort verdeutlicht, was es heißt, einen Elefanten zu besitzen. Die Tiere werden bis zu 70 Jahre alt, benötigen täglich 200 Kilo Futter und 150 Liter Wasser, medizinische Versorgung und eine artgerechte Unterbringung.
Der Anschaffungspreis für einen gesunden Elefantenbullen liegt laut „Gods in Chains“ zwischen 8 000 und 20 000 Euro. Der Unterhalt für ein Tier mit solch besonderen Ansprüchen kostet zwischen 4 000 und 7 000 Euro jährlich. Nur die wohlhabendsten Familien können sich einen Elefanten als Status leisten.
Die meisten dieser Tiere müssen für ihren Unterhalt und den Profit ihrer Eigentümer arbeiten. Vor allem während der Festivalsaison von Oktober bis März müssen diese Kosten wieder eingespielt werden.
Kann ein Elefant wegen Krankheit oder Musth nicht arbeiten, sind die Verluste bei laufend hohen Kosten immens. Die oberste Priorität liegt deshalb darin, den Elefanten so viel arbeiten zu lassen wie möglich, und die Tiere werden bei Bedarf ohne Pausen ausgeliehen. Oft müssen sie zwischen den Veranstaltungen gewaltige Fußmärsche von 40 bis 80 Kilometern zurücklegen. Die Wege unter tropischer Sonne und auf heißen Teerstraßen sind eine Qual. Asiatische Elefanten sind Dschungeltiere und würden sich nicht freiwillig in den Mittagsstunden ungeschützt der Sonne aussetzen.