Elefanten sind das lebendige Symbol des Elefanten-Gottes „Ganesha“. In vielen Tempeln werden sie deshalb als Verkörperung Ganeshas gehalten.
An bestimmten Plätzen werden männliche Tiere bevorzugt, wie im Guruvayoor Tempel in Kerala, der 63 Bullen hält. Tempel in Tamil Nadu hingegen haben vorwiegend einzelne weibliche Elefanten. Die Ganeshas beeinflussen das Ansehen des Tempels und die Höhe der Spendengelder. Tempel, die keinen Elefanten haben, so heißt es, müssen mit einem Drittel weniger Besucher rechnen. Inzwischen sind Elefanten so populär, dass selbst Moscheen und Kirchen angefangen haben, diese Tiere zu halten.
Die Unterbringung der grauen Riesen in den Tempeln kann nicht artgerecht sein, da sich diese fast immer in urbanisierten Orten befinden. Die meiste Zeit des Tages stehen die Tiere angekettet auf Steinfußboden. In den wenigen, von der Kette befreiten Stunden, segnen sie die Pilger.
Tempelelefanten werden – wie private Elefanten auch – häufig tageweise vermietet. In der halbjährlichen Festivalsaison sind die meisten dieser Tiere komplett überarbeitet. In dieser Phase müssen sie je nach Geschäftsinteresse von einem Fest zum nächsten wandern oder nehmen an Prozessionen teil, die bis zu 36 Stunden dauern können.