Ein Rüssel so sensibel, dass er Blindenschrift ertastet

Der Rüssel ist außer der Größe das Merkmal, das die Elefanten am meisten von anderen Lebewesen unterscheidet. Der Elefantenrüssel hat sich während der Evolution aus der Nase und der Oberlippe gebildet. Er besteht aus zehntausenden Muskelfasern und ist ein besonders bewegliches, sensibles, geschicktes und einzigartiges Greiforgan, das sowohl starke Äste von Bäumen abbrechen kann, als auch eine Erdnuss aus ihrer Schale packt. Ein Elefantenrüssel ist so sensibel, dass damit sogar Blindenschrift ertastet werden könnte. Während der Rüsselfinger filigrane Dinge vollbringt, kann die Rüsselhand kraftvoll zupacken.
Der Rüssel wählt die Nahrung aus, packt sie, reißt sie ab, bereitet sie mundgerecht vor und schiebt sie ins Maul. Der Rüssel ist aber auch das Riechorgan des Elefanten. Die Tiere haben eine ausgezeichnete Nase, deren Sinn weit ausgeprägter ist, als das Sehvermögen. Sie können Artgenossen kilometerweit riechen und verborgene Wasseradern aufspüren.
Elefanten trinken, indem sie das Wasser nicht mit dem Maul, sondern mit dem Rüssel aufnehmen. Mit einer Füllung saugen sie bis zu zehn Liter an, führen den Rüssel zum Maul und trinken schließlich den Rüsselinhalt. Auch Staub und Sand kann angesaugt werden. Entweder, um es sich auf den eigenen Körper zu pusten oder andere damit zu bedecken. Beim Baden fungiert der Rüssel als Schnorchel.
Es heißt Elefanten seien - außer den Walen - die besten Schwimmer unter den Säugetieren, die sogar Binnenmeere durchqueren.