Der Konflikt zwischen Mensch und Tier

Elefanten in freier Wildbahn werden immer seltener. Aufgrund von Abholzung, Urbanisierung und Bevölkerungswachstum reicht die Waldfläche nicht mehr aus. Der Konflikt zwischen Mensch und Tier eskaliert. Elefanten dringen auf der Nahrungssuche in menschliche Siedlungen, werden als Ernteräuber verfolgt und getötet.
Viele Naturschutzgebiete genügen nicht, um den Bestand natürlich zu erhalten. Die meisten imposanten Stoßzahnträger leben heute nicht mehr frei, sondern in den Tempeln Südindiens. Zusätzlich hat der Handel mit Elfenbein bereits zu einem starken Missverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Elefanten geführt, was nachhaltig das Wachsen der Population und die genetische Vielfalt in der Wildnis vermindert.
Doch es wird nicht nur für Elfenbein gewildert, sondern auch, um Jungtiere für den privaten Handel zu rekrutieren. Obwohl es gesetzlich verboten ist, werden immer wieder Möglichkeiten gefunden, den Fang eines Elefanten zu rechtfertigen.

Die lebenden Ganeshas sind seit tausenden Jahren Bestandteil der indischen Tradition. Waren sie früher Mitglied der Mahout-Familien, die mit Verantwortungsbewusstsein ihren Elefanten ein Leben lang betreuten, so haben sich die sozio-ökonomischen Umstände heute gravierend geändert. Die Kosten für einen Elefanten sind gestiegen, und die Tiere befinden sich in einer Spirale aus Kommerzialisierung, schlechten Haltungsbedingungen und Misshandlungen. Die indische Öffentlichkeit liebt Elefanten und glaubt, sie führen ein Leben in Luxus.

Der Elefantenexperte Fred Kurt hat die Problematik auf Sri Lanka folgendermaßen zusammengefasst: „Das Überleben des Elefanten hängt vom Menschen ab. Er hat die Macht, ihn zu erhalten oder zu zerstören.“
Kurt, Fred: Elefant in Menschenhand, Fürth 2001